Wintermogo 04.02.2018

Wintermogopredigt 04.02.2018

Thema: Nicht stehlen und nicht begehren (Gebot 8 und 10)

- Bisher haben wir immer eines der zehn Gebote in einer Predigt, zu einem Wintermogo bedacht.
- Heute möchte das Vorbereitungsteam euch herausfordern und zwei Gebote bedenken.


- Das ist noch nicht genug, denn es sind auch noch zwei Gebote die gar nicht direkt aufeinander folgen. Nämlich das 8. Gebot: Du sollst nicht stehlen und das 10. Gebot: Du sollst nicht begehren…

- Für uns gehörten diese beiden Gebote fest zusammen. Das Stehlen ist nicht selten oder sogar immer die Folge, des Begehrens.

- Fangen wir also deshalb auch mit dem letzten Gebot an.

10 Gebot: Du sollst nicht begehren deines nächsten Haus, Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.

- Schon bei der Formulierung merken wir: das Gebot ist nicht mehr ganz aktuell. Es ist aus einer anderen Zeit.
- Heute interessiert sich niemand mehr für den Knecht eines anderen.
- Oder würde man heute sagen: neide ihm nicht seinen Angestellten?

- Niemand interessiert sich für eine Magd.
- Oder könnte man heute sagen: gönne ihm seine Freunde und versuche nicht bestehende Freundschaften aus Eigennutz auseinander zu bringen!

- Niemand interessiert sich für das Vieh eines anderen.
- Is mir doch total egal was du für einen Hasen hast, wie dein Hund aussieht und ob deine Katze auch als Wischmopp geht.
- Oder würde man heute sagen: freue dich mit ihm, interessiere dich für sein neues Fahrrad, Mopped, Auto …

- Bei diesen Gedanken entdecken wir, dass auch dieses Gebot durchaus seinen Platz in unserer Zeit hat.

- Die Zehn Gebote entwickeln sich immer mehr zu einem Handwerkszeug für ein gelingendes Leben.
- Sie sind ungeeignet, um uns vor Gott gut und gerecht dastehen zu lassen.

- Im Gegenteil, jedes Gebot klagt uns an, weil wir alle doch an der einen oder anderen Stelle unseres Lebens dagegen verstoßen haben, verstoßen oder noch verstoßen werden.

- In Röm. 7 beschreibt Paulus dies seinen Lesern so:

Nicht länger an das Gesetz gebunde
Anmerkung: - Paulus beginnt mit einer Frage, die die Leser in sein Denken mit hineinnehmen soll.
1 Liebe Freunde, die ihr mit dem Gesetz vertraut seid: Wisst ihr nicht, dass das Gesetz für einen Menschen nur gilt, solange er lebt?

Anmerkung: - Ein praktisches Beispiel macht aus der Theorie eine praktische Frage.
2 Lasst es mich an einem Beispiel deutlich machen: Wenn eine Frau heiratet, ist sie durch das Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn er aber stirbt, haben die Ehegesetze keine Gültigkeit mehr für sie.

3 Hätte sie einen anderen Mann gehabt, während ihr Ehemann noch lebte, hätte sie Ehebruch begangen. Aber wenn ihr Ehemann stirbt, ist sie von diesem Gesetz frei und begeht keinen Ehebruch, wenn sie wieder heiratet.

Anmerkung: - Nun kommt Paulus zur eigentlichen Bedeutung.
4 Genauso, liebe Freunde, hat auch das Gesetz keine Macht mehr über euch, denn von dieser Macht seid ihr befreit worden, als ihr mit Christus am Kreuz gestorben seid. Jetzt gehört ihr dem, der von den Toten auferstand, und könnt gute Frucht bringen, das heißt gute Taten für Gott.

5 Als wir von unserer menschlichen Natur beherrscht wurden, waren wir den sündigen Leidenschaften in uns ausgeliefert, ja, das Gesetz entfachte diese Leidenschaften sogar, die zur Sünde und damit zum Tod führten.

6 Doch jetzt sind wir vom Gesetz befreit, denn wir sind mit Christus gestorben und der Macht des Gesetzes nicht länger unterstellt. Deshalb können wir Gott von nun an in einer neuen Weise dienen - nicht wie früher durch Einhaltung jedes einzelnen Buchstabens des Gesetzes, sondern durch den Heiligen Geist.

Das Gesetz Gottes offenbart unsere Sünde

7 Will ich damit etwa behaupten, dass Gottes Gesetz Sünde ist? Natürlich nicht! Das Gesetz an sich ist nicht sündig; aber durch das Gesetz erkannte ich erst meine Sünde. Ich hätte nicht gewusst, dass es falsch ist zu begehren, wenn das Gesetz mir nicht gesagt hätte: »Du sollst nicht begehren.«

8 Doch die Sünde benutzte das Gebot und weckte in mir viele schlechte Leidenschaften! Gäbe es kein Gesetz, dann hätte die Sünde keine Macht.

9 Früher lebte ich ohne das Gesetz. Doch mit dem Gebot kam auch die Sünde in mein Leben

10 und verurteilte zum Tod. So brachte mir das Gebot, das mir eigentlich den Weg zum Leben zeigen sollte, stattdessen den Tod.

11 Denn die Sünde benutzte das Gebot, um mich zu täuschen und zu töten.

12 Das Gesetz selbst aber ist heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.

13 Aber wie kann das sein? Brachte etwa das Gesetz, das doch gut ist, mir den Tod? Natürlich nicht! Sondern die Sünde benutzte das Gute, um mir den Tod zu bringen. Daran erkennen wir, wie schrecklich die Sünde ist: Sie benutzt das Gebot Gottes für ihre eigenen bösen Absichten.


- Somit sind wir Christen in der glücklichen Lage sagen zu können:
- Es ist gut und wichtig die Gebote zu kennen.

- So stellt Gott sich ein geordnetes Zusammenleben der Menschen vor.

- Die Gebote sind noch immer ein brauchbares Geländer für die meist alltäglichen Entscheidungen, die wir zu treffen haben.
- Wie in einem breiten Treppenhaus, in einem Schloss, einer alten Villa gibt es aber zwei Geländer zum festhalten.

- Das eine tut seinen Dienst noch. Ist aber in die Jahre gekommen und im Ernstfall kann es sein, dass es nicht mehr hält. Das sind für mich die Zehn Gebote und ich meine, ich liege damit nicht weit weg von Paulus.

- Da gibt es aber auch noch das neue Geländer. Blutverschmiert. Zu zugreifen fällt manchem nicht leicht.
- Jesus, der Christus, der Retter hat sein Blut vergossen und macht gerecht, was ungerecht war.

- Somit haben die Gebote keine Heilswirkung mehr für uns, bleiben aber sehr wohl ein hoher moralischer Anspruch.
- Ihr praktischer Nutzen liegt vor allem in der Anwendbarkeit im Alltag.

- Ich weiß durch die Gebote, was Gott wichtig ist, worauf er Wert legt, was in eine Bewertung seinerseits einfließt.

- Wo greift das 10. Gebot in unser Leben ein? Wo spielt es eine Rolle? Oft ist unser Gewissen nicht up do date. Nicht immer ist klar, dass das etwas mit diesem Gebot zu tun hat.

- Deshalb der Versuch ein paar solche Beispiele zu entdecken. Lasst uns die Decke wegzuziehen, um klar zu sehen.
- Niemand kann sich aber zurücklehnen, wenn die Beispiele ihn nicht betreffen. Sie können nicht vollständig sein.

10. nicht begehren:

- Neiddebatte,
- Neid als Kräftemessen,
- Sozialneid, Geiz ist geil – dieser Slogan ist nur möglich, wenn ihn die meisten richtig finden. Er hat unserem Land uns seinen Leuten geschadet.

- Missgunst, In Köln sagt man: „Man muss auch jönne könne - gönnen können.“

- Undankbarkeit/Dankbarkeit,

- Gier, negatives Schauen, auf seine eigene Situation, Halbvolles Glas,

- Ist es wirklicher Mangel? Ist es nicht zumeist ein empfundener Mangel?

- Echte erlebte Ungerechtigkeiten im Gegensatz zum Neid auf die, die weniger oder mehr Verantwortung haben. z.B.: Die Arbeiter im Weinberg - „Wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert werden“
- Gleicher Lohn für unterschiedlich viel Arbeit, aber alle Arbeiter waren sich mit dem Weinbergsbesitzer einig. Der Lohn war in jedem Fall, mehr als ortsüblich...

- Dem anderen etwas gönnen. Sich mitfreuen vermeidet den bitteren Geschmack selbst zu kurz gekommen zu sein.
- Hast du dich schon einmal bedankt für all die Dinge die wie selbstverständlich zu deinem Leben gehören!? Gegen ein neidisches Begehren ist nur ein Kraut in Gottes Heilkräutergarten gewachsen.
- Es ist die Dankbarkeit für das, was man hat.
- Bist du Dankbar, wirklich dankbar, kann Gott deine Dankbarkeit im Herzen sehen, wenn er da hineinschaut?

- Kommen wir zum 8. Gebot.

- Bei nicht stehlen, da kommt einen gleich der Gedanke an die schweren Jungs und Mädels, die hinter Gittern sitzen.

- Fast ist man so ein bisschen verstimmt, eingeschnappt, weil man im Innersten denkt: Was denkt der eigentlich von mir.

- Nicht selten sind wir der Überzeugung, dass wir dieses Gebot überspringen können, denn mit uns und unseren Alltag hat das nichts zu tun. Wir stehlen nicht.

- Aber ich will anders fragen: Wer von euch hat noch nicht gestohlen?

- Ich schon. Ich hab sicher schon mehrmals gestohlen. Habe etwas verschwiegen und damit mir einen Vorteil verschafft.
- Hab aber auch schon mal was mitgehen lassen.

- Ein Autodieb wird auf frischer Tat ertappt.
- „Können sie etwas zu ihrer Verteidigung vorbringen?“ fragt der Polizist.
- „Nun ja, ich will mal so sagen, Herr Wachtmeister: Da das Auto direkt vor dem Friedhof abgestellt war, musste ich annehmen, dass der Besitzer verstorben sei!“

- Vielleicht denkt manch einer: Nun sei mal nicht so kleinlich, dir und mir gegenüber!
- Ich kann das Denken verstehen, aber deshalb ist es noch lange nicht richtig.
- Ich bin ganz generell davon überzeugt, dass Gott keine Unterschiede macht zwischen großen und kleinen Sünden.
- Deshalb habe ich auch meine Schwierigkeiten mit dem katholischen Begriff der Todsünde.
- Denn jede Sünde zieht den Tod als Strafe nach sich.

- Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn. (Röm 6,23)

- So jedenfalls hat sich Gott in der Bibel festgelegt.

Praktische Aspekte: Nicht stehlen - Wo kommen wir leicht mit dem Gebot in Berührung?
- Arbeitsstelle,
- Steuererklärung,
- Schwarzarbeit,
- Versicherungsfall,
- illegaler Download (Filme, Musik, Programme),
- Blitzer (hoch geknicktes Kennzeichen),
- Ausbeutung Dritte Welt,

- Nicht stehlen ist eine Aufgabe. Es gibt keine leichte Vermeidungsstrategie. Die wenigsten stehlen, weil sie krank sind. Kleptomanie.

- Wenn sich das Gewissen regt, dann lass es sein. Das Gewissen ist ein von Gott gegebenes Geschenk, damit das Leben gelingt.

- Eine Vermeidungsstrategie gibt es vielleicht doch. Sie setzt allerdings schon wieder beim Begehren an.

- Schau nicht ständig auf die Stellen, bei denen du deiner Meinung nach zu kurz gekommen bist, sondern wende deinen Blick den Dingen zu, wo du beschenkt wurdest.
- Stell dir also die Frage: Wo bin ich beschenkt worden? Eine positive Antwort auf die Frage kann die ärmste Kirchenmaus finden.

- Ich liebe die Sendung: Genial daneben
- Ein Rateteam versucht Sprichwörter oder Begriffe zu enträtseln. Wie kam es zu dieser oder jener Bedeutung eines Wortes.
- Woher kommt der Begriff „arme Kirchenmaus“?

(In den Kirchen fanden Mäuse im Vergleich zu Bauernhäuser kaum oder nichts zu fressen. Deshalb waren die Mäuse die den Winter in der Kirche zu brachten im wahrsten Sinne des Wortes arme, aber auch bedauernswerte Mäuse. Später verwendete man die arme Kirchenmaus als ein Synonym für arme Menschen.)

- Gott hat dich und deinen Nächsten beschenkt.
- Gönne dem anderen was ihm gehört. Lerne, dich mit ihm darüber zu freuen.
- Gott meint es gut mit dir, aber auch mit deinem Nächsten.
- Das Begehren wird kleiner, die Verbitterung nimmt ab und Freude gewinnt hinzu.

- Es ist also auch ganz praktisch und auf uns bezogen gut die Gebote Gottes zu halten.

Amen!