Wintermogo 04.03.2018

Wintermogopredigt 04.03.2018

Thema: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinem Nächsten…
- Du sollst nichts Falsches über ihn erzählen.

- Mein Lieblingscousin hat mir da mal eine wichtige Lektion erteilt.

- Geschichte von Sokrates. Das ist nicht der Grieche um die Ecke, sondern ein griechischer Philosoph aus der Antike.
- Zum ihm kam ganz aufgeregt ein Mann. „Sokrates, Sokrates! Hast du schon gehört…? Ich muss dir erzählen was mein Freund…“
- Sokrates unterbrach ihn: „Hast du, was du mir erzählen willst auch schon durch die 3 Siebe gelassen….?“
Wie, welche Siebe? Was meinst du?“ fragte der Mann.

1. Sieb = die Wahrheit. Hast du geprüft ob es wahr ist?
- „Nein!“

2. Sieb = Güte. Wenn schon nicht wahr, dann zumindest gut?
- „Nein!“

3. Sieb = Notwendigkeit. Ist es notwendig zu wissen?
- „Notwendig, nicht gerade!“

- Da lächelte Sokrates und sagte: „ Also, wenn das was du mir erzählen weder wahr, noch gut und auch nicht notwendig ist. So behalte es für dich, lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.

- Diesen Rat des Sokrates oder noch besser das Gebot Gottes einzuhalten, würde uns sooo viel Spannungen ersparen…

- Meine Beobachtung in den letzten Jahren ist, dass Menschen immer weniger miteinander und dafür immer mehr übereinander reden.
- Diese Beobachtungen trifft nicht nur irgendwelche Vereine, Arbeitsstellen, sondern auch die Gemeinden und Gemeindekreise.
- In der Regel findet das dann auch noch statt in der Abwesenheit der betreffenden Person über die man redet.

- Uns ist nicht klar, welchen Schaden wir damit anrichten. Gemeinden und Gemeindekreise verlieren dadurch ihren guten Ruf und den Vertrauensvorschuss, den durchaus noch viele, selbst atheistische Menschen, uns vorschießen

- Uns muss klar sein.

- Erstens: Irgendwann erfährt derjenige über den wir reden, dass wir über ihn reden. Manchmal dauert es eine ganze Weile, manchmal ist es aber schon im nächsten Augenblick bekannt.
- Damit ist Vertrauen zerstört, oft unheilbar. Die Beziehung kannst du vergessen. Da kannst du dich mühen – es wird einfach nicht wieder wie vorher.
- Ein Kamerad meiner Feuerwehr schrieb über seinen Wehrleiter per Whats App: Unser Wehrleiter ist doof.
- Nun das kann man so sehen, aber man sollte es nicht per Whats App verbreiten und dann noch hoffen, dass es bei mir nicht ankommt.
- Bei mir bekommt jeder eine zweite, auch dritte Chance allerdings ist es bei mir anders als bei Gott.

- Von Gott vergebene Schuld ist ausradiert, nicht mehr auffindbar, wirklich vergeben und vergessen.
- Bei mir funktioniert das leider nicht. Diese Whats App hat sich bei mir eingebrannt.
- Sie spielt in 95% der Begegnungen mit dem Kameraden keine Rolle, aber wenn er mir komisch kommt, ist alles wieder da und steht zwischen mir und ihm.

- Zweitens: es ist im höchsten Maße unfair, über jemanden zu reden, der sich zu dem Gesagten nicht äußern kann. Es findet keine Prüfung statt, ob das Weitererzählte der Wahrheit entspricht.
- Wir übernehmen einfach was man uns vorsetzt.
- Man stelle sich solches Verhalten beim Essen vor.
- Ohne zu prüfen schlingen wir das hingekotzte Essen in uns rein.

- Drittens: Nichts macht so schnell die Runde, wie eine Info mit dem
Zusatz: „Aber erzähl es nur nicht weiter!“
- Das ist noch nicht mal böser Wille, sondern die meisten Menschen können mit den Druck nicht umgehen, der sich bei diesem Satz in ihnen aufbaut.
- Sie wissen etwas scheinbar ganz Exklusives, endlich würden sie zu den Wissenden gehören, aber sie dürfen dieses Wissen nicht anwenden.
- Sie würden sich so gern jemand anderen mitteilen…
- Manch einer erleichtert sich von dem was er da zuvor sehr gern gehört und aufgenommen hat. Aber mit dem Zusatz: Erzähl es nur nicht weiter, wird aus der Lust eine Last. Jedes Weitererzählen verschafft Erleichterung aber eben auch ein schlechtes Gewissen.

Viertes: Uns muss klar sein, warum wir gerade solch ein falsches Zeugnis, oder ein ungeprüftes Zeugnis weiter erzählen.
- Es versetzt uns nämlich in die Lage, selbst scheinbar besser da zu stehen als der, über den wir reden. Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: Wenn du mit den Finger auf einen anderen zeigst, dann zeigen in diesem Augenblick 3 Finger auf dich selbst zurück.
- Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang, zwischen den eigenen Schwächen und den Schwächen der anderen, die wir gern weiter erzählen.
- Uns regt am meisten beim anderen auf, womit wir selbst unsere Schwierigkeiten haben.
- Wenn wir uns das bewusst machen, dann werden wir in Zukunft eher schweigen als über die Schwächen des anderen zu reden.

- Vielleicht sollten wir an dieser Stelle erst noch mal kurz unterbrechen und uns fragen, was gehört denn alles mit in dieses Gebot hinein? Was ist falsch Zeugnis reden? Was meint das? Was sagt ihr?

- Verleumdung: Ein Mitarbeiter erzählt unter den anderen Mitarbeitern, dass der Chef ein Lügner sei.
- Der Chef erfährt davon, stellt den Mitarbeiter zur Rede, es stellt sich heraus, dass das Ganze ein Missverständnis des Mitarbeiters war.
- An der Sache war wirklich nichts dran.
- Die Nachricht: „Der Chef sei ein Lügner“ macht inzwischen die Runde und ist nicht mehr aufhaltbar. Der Schaden ist riesig, nicht nur für den Chef auch für das ganze Unternehmen oder dem Verein.
- Erstaunlich aber an dieser Stelle ist auch noch, wie viele bereitwillig auf diese Vorgabe einsteigen, dem Mitarbeiter nicht Einhalt gebieten, sondern sehr gern die Neuigkeit weitererzählen.

- Warum nicht auch als Hörer eines solchen Zeugnisses abbrechen, so wie es mein Cousin gemacht hat. Niemand ist verpflichtet so etwas zu hören und der Lerneffekt beim Erzähler der „bad news“ ist wahrscheinlich um ein vielfaches größer als jeder moralische Appell.

- Noch eins, auch wenn an der Sache wirklich nichts dran war, der Schaden für den Chef bleibt. An seinem guten Leumund bleibt etwas hängen. Dagegen kannst du nichts mehr machen.

- Halbwahrheit: Beim Nachdenken zunächst über diesen Begriff, hatte ich den Eindruck dieses Wort ist ein Kunstgebilde. Sachlich gibt es das gar nicht.
- Etwas ist die Wahrheit oder es ist die Lüge.
- Wie viel dann zwischen den Zeilen richtig, wahr oder falsch und gelogen ist, spielt am Ende keine Rolle.

- Wir selbst wissen aber schon genau, was wir mit Halbwahrheit meinen.
- Wir meinen ein Wahrheit bei der wir etwas weglassen, was den anderen zum Beispiel entlasten würde, seine Reaktion verständlicher machen würde. - Wir lassen weg, was ihm zu Gute kommen würde und betonen das Negative.

- Damit haben Halbwahrheiten am Ende genau den gleichen Effekt wie ganze Unwahrheiten, wie eine Verleumdung.

- Lügen: Wer hat noch nicht gelogen?
- Klar, dass sich keiner meldet, denn schon beim melden auf diese Frage, hätten wir gelogen.
- Das geht leider so schnell.
- Das Lügen einzudämmen ist am Ende aber eine Übungssache einerseits oder eine Frage uns von Gott so verändern zu lassen, dass auch diese Sache ins Hintertreffen gerät.

- Es kommt ja hinzu, dass wir nicht immer nur mit einen scheinbar negativen Hintergedanken lügen.
- Manchmal tun wir das ja auch um einen anderen zu schützen.

- Der Arbeitskollege des sich schon wieder um 10min verspätet, wird von uns entschuldigt, dass der mit Durchfall noch auf dem Klo sitzen würde, wir hätten ihn aber schon in der Umkleide gesehen.
- Wir bringen eine Notlüge unter die Menschheit.

- Die Wahrheit zu sagen trauen wir uns nicht, um den Kollegen nicht zu schaden.

- Ganz anders hat das Corrie de Boom gemacht. Sie stammt aus Holland, aus Harlem. Ihr Vater hatte einen Uhrenladen in der Zeit des III. Reiches.
- Sie sind bekennende Christen und verstecken immer wieder flüchtende Juden vor den Nazis.
- Sie haben sich geschworen nicht zu lügen, auch nicht in offensichtlichen Notsituationen.
- Corrie kann viel Unglaubliches in ihren Büchern erzählen. Es lohnt sich die zu lesen.

- Bei einer Hausdurchsuchung stehen die Gestapo-Leute unmittelbar vor dem Versteck in der Wohnung. Einer von ihnen fragt, wo die Juden versteckt seinen.
- Die Antwort ist die Wahrheit: Hinter dem Verschlag seien die versteckten Juden. Die Gestapo sucht daraufhin das ganze Haus ab, bis auf den Verschlag.
- Am Ende wird die Familie doch verraten Corrie und ihre Schwester kommen ins KZ Ravensbrück.
- Dort beginnt sie für Mithäftlinge Bibelstunden zu organisieren. Sie überlebt, anders wir ihre Schwerster Pätsie, das KZ.

- Gibt es ein legitimiertes Lugen? Mit dem wir andere schützen? Wenn wir Gottes Gebot ernst nehmen, dann bedeutet das ein falsches, ein unwahres Zeugnis über andere abzugeben, ist nicht zulässig in Gottes Augen.

- Ist es zu blauäugig, wenn wir das Zuspätkommen des Kollegen zugeben aber dem Chef anbieten für den Kollegen die zehn Minuten von unserer eigenen Mittagspause abzuarbeiten?!

- Ist es zu blauäugig, wenn Christen in den Händen des IS, in Syrien sich zu Christus bekennen und dafür sofort umgebracht werden.
- Ist es zu blauäugig sind jetzt Gedanken darüber zu machen, weil sich so etwas immer in der jeweiligen Situation entscheidet?
- Ist es zu blauäugig, mehr auf Gott zu vertrauen als auf unsere eigenen Fähigkeiten?
- Am Ende stehen für mich mehr Fragen als Antworten.
- Noch ein Gedanke zum Schluss, auf den man mich erst aufmerksam machte: Offensichtlich gibt es Situationen in denen Lügen selbst in Gottes Augen richtig ist.
- Wo? In 2. Mose 1, 15-21

15 Und der König von Ägypten sprach zu den hebräischen Hebammen, von denen die eine Schifra hieß und die andere Pua:
16 Wenn ihr den hebräischen Frauen bei der Geburt helft, dann seht auf das Geschlecht. Wenn es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist's aber eine Tochter, so lasst sie leben.
17 Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben.
18 Da rief der König von Ägypten die Hebammen und sprach zu ihnen: Warum tut ihr das, dass ihr die Kinder leben lasst?
19 Die Hebammen antworteten dem Pharao: Die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen, denn sie sind kräftige Frauen. Ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren.
20 Darum tat Gott den Hebammen Gutes. Und das Volk mehrte sich und wurde sehr stark.
21 Und weil die Hebammen Gott fürchteten, gab er auch ihnen Nachkommen.

- Die Hebammen sagen die Unwahrheit, lügen um Leben zu retten und Gott belohnt sie dafür.
- Die Stelle macht vielleicht eines deutlich, nämlich wo Gottes Herz schlägt.
- Es schlägt nicht für sture Gesetzeseinhaltung, sondern für das Leben.
- Ein Charakterzug, der in gleicher Weise auch am Kreuz von Golgatha zum Vorschein kommt.

- Für uns macht solch ein Verhalten Gottes es nicht gerade einfach.
- Wir lieben die klaren und eindeutigen Entscheidungen. Wir wollen es schwarz oder weiß.

- Gott arbeitet zu unserem Erstaunen aber auch mit Grautönen.

- Ich verstehe auch, wenn jemand jetzt denkt, solch ein Beispiel ist aber kontraproduktiv. Ich erwidere: Wäre es denn nicht auch verlogen, wenn ich um die Stelle wüsste, sie aber um des pädagogischen Effekts nicht auch hier benennen würde?
- Wird Gott am Ende in unseren Gedanken nicht auch Ordnung bringen?
- Ist es am Ende nicht entscheidend, dass wir „echt“ sind, dass man uns genauso erlebt? Keine frommen Schauspieler, sondern das wahre Leben, auch mit Widersprüchen, die die Bibel manchmal aushält, wir aber nur sehr schwer?

- soziale Medien: - Zu Luthers Zeiten, schlug man Thesen an einer Kirchentür an. Man las sie und erzählte es weiter. Zunächst wusste man in Wittenberg von den 95 Thesen, ein paar Tage später brachten Händler die Nachricht in die benachbarten Städte und Dörfer. Einen Monat später wussten die Leute in Hilmersdorf,…, Schöneck,… davon.
- Es brauchte Jahre und Jahrzehnte bis man in der damals bekannten Welt etwas von den 95 Thesen erfuhr. Ohne die gleichzeitige Erfindung des Buchdrucks hätte es noch länger gedauert.
- Vermutlich war es nie einfacher jemanden zu verleugnen als in unseren Tagen mit Hilfe der sozialen Medien, bei denen zu fragen ist, ob sie diesen positiven Namen noch verdienen?

- Nie zuvor konnte ein „falsch Zeugnis“ schneller und mehr Leute in einer weltweiten, dafür unaufwendigen Methode erreicht werden als heute.
- Ist uns das beim Umgang mit den Medien bewusst?
- Bei vielem was ich da auf Facebook lese, bin ich mir nicht sicher oder die Autoren sind sich dessen ganz genau bewusst und nutzen das für sich aus.

- Was leitest du weiter? Wie hast du das geprüft? Ich habe auch schon Email, Facebooknachrichten erhalten mit Inhalt a la: Krebskrankes Kind sucht Unterstützung. Wer will da nicht helfen? Aber blöd, wenn am Ende jemand damit Geld verdient und keinem Kind geholfen wird.

- Ich habe solche Mails auch schon weitergeleitet. Ich hatte vertraut aber nicht geprüft, ob der Inhalt stimmt, wer der ursprüngliche Absender ist usw. Wir tragen Verantwortung, auch für das was wir weiterleiten.

- Maskenspiel/Selbstbetrug: - Wie oft erzählen wir anderen wie wir gern wären, uns unser Leben vorstellen würden und tun dabei so, als sei es genau so. Dabei entspringt es nur unsere Träumen. Die Realität sieht ganz anders aus.
- Viele Menschen haben so eine Lebenslüge. Nichts was ihr ganzes Lebenshaus bei Entdeckung zum Einsturz bringen würde, aber die Glaubwürdigkeit wäre eingeschränkt.

- Entdecke, dass du nicht mehr sein musst als du derzeit bist. Gott hat dich gemacht. Du bist sein Gedanke, seine Idee, du bist einzigartig.
- Was bringt dir Ansehen bei Menschen, wenn du Gott am Ende nicht in die Augen schauen kannst?
- Nun könnte ja jemand auf die Idee kommen und sagen: Damit betrüge ich mich ja hauptsächlich selbst, ich rede also gar kein falsch Zeugnis wieder meinen Nächsten.
- Gott will nicht, dass du deinen Nächsten mit falschen Infos fütterst.

- Noch einmal springt mir bei den Vorbereitungen die Frage ins Gesicht: Interpretieren wir mehr in das Gebot hinein, als Gott selbst meinte?

- Ist es nicht genau, - ganz bewusst sooo formuliert, wie es formuliert ist???
- Es geht nicht darum sich selbst etwas vormachen, solange du einen realistischen Blick auf dich und Gott hast. D.h. du erkennst, dass du ein Sünder bist und die Vergebung durch Gott nötig hast.

- Geht es in dem Gebot nicht wirklich nur darum, falsche Tatsachen, Infos über deinen Nächsten weiterzugeben?
- Du kannst die Wahrheit über ihn erzählen. Vor Gericht bist du sogar dazu verpflichtet.
- Moralisieren wir nicht, fragen lieber: Was meinst du Gott mit diesen Zeilen?
- Ausleger wie Martin Noth verorten das Gebot ausschließlich vor Gericht.
- Ich gebe zu, dass wäre mir zu kurz geschossen.

- Tatsächlich steht in der Hebräischen Bibel, (An dieser Stelle sei einmal erwähnt: ich kann russisch, englisch, … und hebräisch fließend – hören, aber nicht verstehen, deshalb habe ich eine hebärische Bibel, die ins Deutsche übersetzt worden ist.), also in dieser Bibel steht wörtlich: „Du sollst nicht aussagen wider deinen Nächsten als falscher Zeuge!“

- Meine Großmutter sagte immer in ihrem zu Hause üblichen erzgebirgschen Dialekt: Ze viel und ze wing, is olles e Ding.
- Über setzen kann man das nicht.

- (nicht) tratschen: - Tratschen – das hat nicht wie landläufig oft behauptet, hauptsächlich etwas mit dem Alter und dem Geschlecht zu tun.
- Es ist also nach meiner Feststellung nicht so, dass nur ältere Frauen tratschen.
- Ich kenne junge Männer, die sich da lediglich in den Ausdrucksformen von den alten Frauen unterscheiden.
- Auch alte Männer erzählen beim Skat am liebsten Tratsch.

- Tratsch erscheint oft harmlos, trägt aber oft auch die Züge des falschen Zeugnis Redens.
- Ich habe mir die Frag gestellt, welchen Zweck hat das Miteinanderreden überhaupt?
- Geht es nicht immer darum Informationen auszutauschen?
- Auch „Ich liebe dich!“ ist eine Information für eine ganz bestimmte Person.

- Noch nie hat die Welt funktioniert, ohne das Informationen weitergegeben wurden. Die Gene enthalten alle Informationen vom Leben. - Gott hat das großartig gemacht.

- Das Informationszeitalter behauptet, dass Informationen ein besonderes Kapital sind, mit dem sich Geld verdienen lässt.
- Um so wichtiger, welche Infos gibst du weiter? Hast du sie auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft – kurz wir sind wieder bei Sokrates und den 3 Sieben.

1. Sieb = die Wahrheit. Hast du geprüft ob es wahr ist?

2. Sieb = Güte. Wenn schon nicht wahr, dann zumindest gut?

3. Sieb = Notwendigkeit. Ist es notwendig zu wissen?

- Am Ende kann man nur sagen, dieses Gebot, wie alle anderen Gebote Gottes, machen nur Sinn, wenn ich sie in eine Beziehung zu Gott stelle.
- Ohne eine Beziehung zu Gott brauche ich die Gebote nicht. Da kann ich im Grunde leben wie eine Raubsau, ohne Rücksicht auf Verluste.

- Es ist aber die Frage zu stellen, ob das so gedacht ist. Die Bibel antwortet darauf ganz klar.
- Gott will diese Beziehung. Das ist sein grundlegender Wille. Bevor wir nach Gottes Willen fragen, ob wir dieses oder jenes Auto oder Motorrad kaufen, ob ich diesen oder jenen Beruf erlerne muss ich die grundlegende Frage beantworten: Bin ich bereit nach Gottes Willen zu leben? D.h. mit Gott in einer Beziehung zu leben?
- Wenn du diese Frage für dich verneinst, ist alles andere nur ein wenig ethisch-moralisches schönes Getue.

- Mit einem „JA“ auf die soeben genannte Grundsatzfrage ist dann auch die ganz genaue wörtliche Bedeutung des Gebotes nur eine Randerscheinung.
- Wer in Abhängigkeit mit Gott lebt, bekommt von Gottes Geist, von seinem eigenen, von Gott gegebenen Gewissen, klare Anzeichen dafür ob eine Sache in Ordnung ist oder nicht.
- Dennoch kann das Maß dessen unterschiedlich sein. Es kann sein Gott macht deinen Maßbecher bis oben hin voll. Kein Platz für Interpretationen.
- Es kann sein Gott lässt dir noch etwas Platz im Becher und du kannst auffüllen. Platz für Interpretationen.

- Gott wird aber nicht nichts hinein füllen und du bestimmst alles selbst. Das würde bedeuten, du lebst nicht in einer Beziehung mit Gott. Du lebst an dem ersten Grundlegenden Gebot vorbei. Das heißt nämlich:

Noch mal aus der schon erwähnten hebräischen Bibel:

2 Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich geführt aus dem Land Mizraim, aus dem Sklavenhaus.
3 Du sollst keine anderen Götter haben vor mir! 4 Du sollst dir kein Bildnis machen und keinerlei Gestalt dessen, was im Himmel oben und was auf Erden unten und was im Wasser unter der Erde ist. 5 Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen, denn ich, der Ewige ,
dein Gott bin ein eifernder Gott, der da bedenkt die Schuld der Väter an den Kindern am dritten und vierten Geschlecht, bei denen, die mich hassen; 6 der aber Liebe erweist tausenden Geschlechtern, denen, die mich lieben und meine Gebote wahren.

- Wenn du bereit bist, dieses Gebot zu halten, so wird dir alles andere zufallen.
- Mt. 6 33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
- das meint nicht nur materielle Versorgung, sondern vielmehr das entspannte Christsein. Damit meine ich: Nicht verspannt, jeden Tag, jede Stunde und jede Minute nur darüber nach zu sinnen, ob ich gerade gegen ein Gebot verstoße.

- Zum Schluss noch einen uns von Jesus selbst gegebenen einfachen, sofort verständlichen Maßstab für unser Reden:

- Matthäus 5, 9ffg.
33 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. 34 Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs! 36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. 37 Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

- Am Ende sind es die Worte von Jesus, die unser Relativieren zurecht rücken. Sie sind eindeutig, lassen keine Interpretationen zu und sind ganz einfach zu merken und anzuwenden.
- Jesus ich danke dir für deine Klarheit!


AMEN!