Wintermogo 10.02.2019

Wintermogopredigt 10.02.2019

Thema: Jesus stillt den Sturm
-Jesus erwachte, bedrohte den Wind und befahl dem Wasser: »Schweig! Sei still!«

35Als es Abend wurde, sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Wir wollen auf die andere Seite des Sees fahren.«
36Jesus war schon im Boot. So entließen die Jünger die Menge, stiegen zu ihm ins Boot und fuhren los. Einige andere Boote fuhren mit ihnen.
37Doch bald darauf erhob sich ein heftiger Sturm, und hohe Wellen schlugen ins Boot, bis es fast ganz voll Wasser gelaufen war.
38Währenddessen schlief Jesus hinten im Boot mit dem Kopf auf einem Kissen. In ihrer Verzweiflung weckten sie ihn schließlich und riefen: »Lehrer, macht es dir denn gar nichts aus, dass wir umkommen?«
39Jesus erwachte, bedrohte den Wind und befahl dem Wasser: »Schweig! Sei still!« Sogleich legte sich der Wind, und es herrschte tiefe Stille.
40Und er fragte die Jünger: »Warum seid ihr so ängstlich? Habt ihr immer noch keinen Glauben?«  
41
Voll Furcht sagten sie zueinander: »Wer ist dieser Mann, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?«


- Nun, wer heute nicht das erste mal in einem Gottesdienst ist, dem wird der Bibeltext nicht fremd sein.
- Vielleicht hast du, wie ich die Geschichte vor deinem inneren Auge gesehen.
SeeBoot

- Ein altertümliches Fischerboot.
- 13 Mann Besatzung
- Abenddämmerung
- Erschöpfte Leute.
- Ein See nicht klein, aber auch nicht riesig. Ein Binnensee.
- Ein Landschaft, wie man sie aus dem Nahen Osten kennt.

- Alles erinnert zunächst an eine friedliche Abendstimmung.
- Irgendwo am Strand grillt jemand frischen Fisch.
- Kinder toben am Strand.

- Soweit, so gut.
- Der See Genezareth ist aber heimtückisch.
- Gerade noch ruhig, beschaulich, idyllisch, kann er ein paar Augenblicke später beängstigend, rau und gefährlich sein.

-Fallwinde von den Golanhöhen können schnell einmal bis zu 4m hohe Wellen erzeugen.
- Abelkahn und 4m hohe Wellen? Das macht keinen Spaß mehr. Da geht dir der, na sagen wir mal „der Mut“ auf Grundeis.

- Dabei waren ein paar von den Jüngern, die mit Jesus unterwegs waren Fischer von Beruf. Dennoch die Gefahr ist real.

- Hektik, Panik – was tun?

- Und tatsächlich, der Chef vom Ganzen schläft seelenruhig, wie ein in den Schlaf gesungenes Kleinkind.


- Wie kann man du nur schlafen?
- Ist dem alles egal?

- Wir saufen ab!!!

- Einer entschließt sich, dem Schlummern ein Ende zu bereiten. Er weckt den Meister, den Anführer, den Chef vom Ganzen.

- Der stellt sich in den Kahn und mit bloßen Worten bedroht er Wind und Wellen.
- Minuten später ist der See wieder glatt wie ein Kinderpopo.

- Das war damals.
- Wir haben so unsere Fragen.

- Wie kann einer in solch einer Situation schlafen?
- Hat er nicht genau gewusst, dass die Winde so schnell vorübergehen können, wie sie gekommen sind? Hatte er nicht nur ein sehr gutes Zeitmanagement?
- Was hat die Geschichte mit uns zu tun?

- Fangen wir mit der ersten Frage an. Kann man in solch einer Situation überhaupt schlafen?

- Je älter wir werden, desto weniger Schlaf brauchen wir, desto weniger erholsamen Schlaf finden wir.

- Als ich noch einige Pfund mehr auf den Rippen hatte, habe ich geschnarcht, dass die Wände wackelten.Valentin (Schlief als Baby deutlich besser, wenn er den Dampfhammer neben sich hörte.)
- Damit ist die Frage beantwortet: Ja, man kann unter Umständen in solchen Situationen schlafen.

- Hatte Jesus nicht nur ein gutes Zeitmanagement?
- Kann sein, aber wir kennen noch viele andere vergleichbare, wunderbare Geschichten.
- Keiner der Jünger ist später, als Jesus schon nicht mehr körperlich auf dieser Erde war und sie in den ersten Gemeinden predigten aufgestanden und sagte: „Nun, ich war dabei. So spektakulär war das alles gar nicht. Jesus war ein Auskenner.“

- Ganz im Gegenteil. Einer der Fischer Petrus, der ehemalige Wortführer der Jünger, erzählt und predigt in Jerusalem:

Apg. 2,22
Hört zu, ihr Menschen aus Israel! Ihr alle wisst, dass Gott durch Jesus von Nazareth große Taten, Wunder und Zeichen wirkte und ihn dadurch vor euch allen bestätigte.

- Die Anwesenden hätten sofort überprüfen können, ob das stimmt was Petrus sagt. Aber auch hier steht keiner auf und sagt: „Halt die Klappe, alles nur erlogen. Das stimmt doch so gar nicht!“

- Jesus ist mehr als der Sohn der Maria und des Zimmermannes Josef.
- Er ist eben zugleich auch noch Gottes Sohn.
- Schwer vorstellbar für uns. Wie soll das gehen? Aber bitte, dass soll heute nicht Thema sein. Versuche dich einmal auf den Gedanken einzulassen.

- Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott.

- Gott meint nicht: ein bisschen göttlich, nett, gut aussehend. Meint nicht das Gleiche, als wenn ich ausrufe: „Cornelia, das ist meine Frau, du siehst ja heute wieder göttlich aus!“
- Cornelia, tut mir Leid, dass ich das zu selten sage. Ich bitte um Entschuldigung!

- Wahrer Gott meint: Er ist Gott. Er ist ein Teil der Dreieinigkeit. Er ist mit Gott Vater, dem Schöpfer und dem Heiligen Geist eins.

- D.h.: Er hat die Schöpfung im Griff. Er ist der Schöpfer.

- Das ist wie mit James Watt. Was hat der erfunden?
- Genau, „en Dampfmaschin“ - „da stelle mr uns ma ganz dumm“ sagte der Lehrer Bömmel in den wunderschönen Film die „Feuerzangenbowle“.

- Watt wusste, wo er bei seiner Erfindung eingreifen muss, um sie zu bremsen oder schneller laufen zu lassen. Keiner wusste das Anfangs nur er, der Erfinder.

- Warum ich kein Beispiel von heute nehme?
- Weil ich mir nicht mehr sicher bin, dass alle Erfinder jederzeit ihre Maschine, die künstliche Intelligenz im Griff haben.

- Jesus aber hatte alles im Griff. Er konnte Kranke heilen, Wasser zu Wein machen und den Sturm befehlen und ihn abflauen lassen.
- Nein, Jesus hatte kein besonders Zeitmanagement um die Situation auszunutzen.

- Er ist Gottes Sohn und kann deshalb Dinge tun, die sonst keiner von uns kann.

- Was hat die Geschichte mit uns zu tun?

- Ich vermute, dass ist so ziemlich jeden schon irgendwie klar.

- Die Parallelen zum Leben drängen sich fast auf.

- Wie die Jünger kommen wir immer wieder mal in Situationen, da wird es gefährlich, bedrohlich, die Wellen scheinen über einen zusammen zu schlagen.
- Angst macht sich breit, vielleicht sogar Panik. Was soll werden?

- An wen soll man sich wenden in solch einer Situation?
- Wer kann einem da raten und helfen?

- Na, abgesehen von den professionellen Hilfsangeboten von Ärzten bis Seelsorger, Sozialpädagogen öffnet sich für dich eine weitere Tür.

- Wir haben den direkten Draht zu Gott.

- Auf der Motorradmesse in Leipzig fragt mich jemand: Wie ich das mit den Heiligen in der Kath. Kirche sehe. Da gibt es doch Menschen die beten zu ihnen und bitten um Fürsprache?!

- Aus evangelischer Sicht, sieht das eben anders aus. Jesus lehrt in der Bergpredigt seine Jünger das Beten.
- Schon die Anrede ist sicher für damalige Hörer unverschämt neu und aufregend.
- „Vater unser im Himmel...“
- Das heißt: Den Schöpfer, den Vater allen Seins, direkt anzusprechen.
- Keinen Vermittler zwischen drin, sondern direkten Zugang zu Gott.

- Da hat sich seit der Zeit damals, als die Jünger mit ihrem Kahn in Not kamen nichts geändert.

- Sie gingen zu Jesus weckten ihn, klagten ihm ihr Leid, schrien ihm ihre Angst entgegen und er greift ein.

- Wir heute gehen zu Jesus, sprechen ihn an, klagen unser Leid, schreien ihm unsere Angst entgegen.

- Unsere Erwartung aus den Geschichten ist, dass es dann sofort losgeht, dass Jesus direkt eingreift.

- Aber wie ist es meist?

- Die Zeit vergeht. Scheinbar tut sich nichts.
- Dann ein paar Wochen, manchmal Monate oder sogar Jahre später sehen
wir im Rückblick, wie großartig das Gott gemacht hat.

- Jesus greift ein.

- Nur manchmal halten wir es sogar noch für unser eigenes Eingreifen.
- Kommt euch bekannt vor?
- Ich denke schon.

- Wer ist schon mal mit dem Motorrad oder von mir aus auch mit dem Auto in eine richtig heikle Situation gekommen?
- Ich meine nicht, so eine Situation wo es mit einer Blechbeule und etwas abgesplitterter Plastik erledigt gewesen wäre.
- Nein, ich meine so richtig schlimm, wo man genau wusste, das kann deine letzte Minute, meist sind es ja nur die letzten Sekunden sein.

- Also ich kenne das.
- Was ist die Reaktion, wenn es gut gegangen ist?

- Gott sei Dank sagen die einen. Schön, wenn sie es auch so meinen und die anderen klopfen sich auf die Schulter und sagen: „Gut gemacht!“
- Wenn es auf Schnapp ab steht, dann greift Jesus ein. Dann greift der Schöpfer ein und verleiht dir schier unmenschliche Kräfte. Dann greift der Schöpfer ein und verleiht dir ein Reaktionsvermögen, da würde Manuel Neuer alt aussehen.

- Kommen wir zum Ende.
- Ich kann uns das nicht ersparen.
- Jesus fragt seine Jünger: Warum seid ihr so ängstlich? Habt ihr immer noch keinen Glauben?«

- Warum versuchst du immer noch, die Situation selbst zu retten?
- Warum strengst du dich übermenschlich an, ohne auch nur das Geringste an der Situation zu verändern
- Warum greifst du selbst immer wieder ins Steuer?
- „Weil ich es kann!“ ist deine Antwort.
- Ich kann mein Eingreifen sogar fromm begründen: Weil Gott mir Fähigkeiten und Wissen gegeben hat!

- Klingt gut, ist aber gelogen.

- Wenn ich das sage, dann bin ich ängstlich und habe noch immer keinen Glauben.
- Ich glaube nicht, dass Gott das macht, in Ordnung bringt. Ich muss doch auch selbst meinen Anteil dazu beitragen.

- „Einen Scheiß muss ich!“ So fängt jedes Kapitel einer CD-Reihe an, die auch genau so heißt. Autor Tommy Jaud.
- Das ist nicht das neue Evangelium, aber stellenweise hörens- und bedenkenswert.

- Nichts musst du. Nur Jesus ran lassen.

- Im Sturm des Lebens, wende dich an den der das Leben und alles drum herum geschaffen hat.
- Gib ihm das Steuer und greif nicht mehr danach.
- Du wirst sturmstillende gute Erfahrungen machen.


AMEN!